15.01.2026
Die Unsichtbaren sichtbar machen: 2026 rückt die Arbeit pflegender Angehöriger in den Mittelpunkt
GesundheitNachdem im Jahr 2025 die Rechte von Menschen mit chronischen Erkrankungen im Mittelpunkt der Arbeit der Dienststelle für Patientenorganisationen standen, rückt 2026 eine oft unsichtbare, aber zentrale Gruppe in den Fokus: die pflegenden Angehörigen. Gemeint sind jene Menschen, die tagtäglich Verantwortung für Familienmitglieder übernehmen, die an einer chronischen oder seltenen Erkrankung leiden. Ziel des Jahresprogramms ist es, ihre Rolle sichtbar zu machen und aufzuwerten, konkrete Unterstützungsinstrumente bereitzustellen und Räume für Austausch zu schaffen. So soll das Unterstützungsnetz rund um Menschen in vulnerablen Lebenslagen nachhaltig gestärkt werden.
Wie gewohnt beginnt das Jahr mit einer Initiative anlässlich des Welttages der Seltenen Erkrankungen, am letzten Tag im Februar. Die Veranstaltung richtet sich an Patientenorganisationen und wird in Zusammenarbeit mit der Landeskoordinationsstelle für Seltene Erkrankungen organisiert. Im Mittelpunkt steht heuer die Bedeutung eines zeitnahen und angemessenen Zugangs zu medizinischer Versorgung, ein zentrales Thema im Leben von Menschen mit einer seltenen Erkrankung. Die Komplexität dieser oft wenig bekannten und schwer zu diagnostizierenden Krankheitsbilder erfordert klar strukturierte Versorgungswege, spezialisierte Fachärztinnen und Fachärzte sowie eine gut koordinierte Zusammenarbeit der Dienste.
Im Frühjahr werden zwei thematische Webinare angeboten, die pflegenden Angehörigen praxisnahe Werkzeuge vermitteln und ihr Bewusstsein für die eigene Rolle stärken sollen. Das erste Webinar widmet sich den wichtigsten Rechten und Schutzmaßnahmen für pflegende Angehörige, darunter Pflegefreistellungen, Urlaubsansprüche, finanzielle Unterstützungsleistungen sowie die formale Anerkennung der Pflegerolle. Darüber hinaus werden rechtliche Verantwortlichkeiten anhand konkreter Beispiele erläutert und relevante gesetzliche Grundlagen aufgezeigt.
Das zweite Webinar richtet sich an sogenannte Young Caregivers, junge Menschen, die Pflegeverantwortung übernehmen und dabei häufig mit emotionalen Belastungen und Sorgen konfrontiert sind. Die Auseinandersetzung mit diesen psychologischen Herausforderungen ist entscheidend, um ihre gesunde Entwicklung zu fördern und ihnen zu helfen, Ressourcen, soziale Beziehungen und Freiräume der Normalität zu bewahren. In beiden Webinaren werden auch soziale Aspekte thematisiert, etwa die Bedeutung von Unterstützungsnetzwerken, Selbsthilfegruppen und gemeinschaftlichen Initiativen.
Für den Herbst ist ein institutionelles Treffen zwischen den Patientenorganisationen und Landesrat Messner geplant. Dieses bietet Raum, um Prioritäten, Herausforderungen und konkrete Vorschläge zu diskutieren. Ziel ist es, den Dialog zwischen Organisationen und Institutionen zu vertiefen und die Qualität der Dienstleistungen für Patientinnen und Patienten sowie deren Familien weiter zu verbessern.
Parallel dazu werden die Aktivitäten der thematischen Arbeitsgruppen mit neuem Schwung fortgeführt. Sie dienen als Plattform für Austausch und gemeinsame Projektentwicklung. Die Arbeitsgruppe zu psychischen Erkrankungen nimmt ihre Tätigkeit wieder auf, um Sensibilisierungsmaßnahmen zu stärken, den Zugang zu Angeboten zu verbessern und betroffene Familien gezielt zu unterstützen. Auch die Arbeitsgruppe zu seltenen Erkrankungen setzt ihre Arbeit in den Bereichen Information, Interessensvertretung und Vernetzung der Verbände fort.
Das Programm 2026 der Dienststelle für Patientenorganisationen ist vielfältig und klar darauf ausgerichtet, eine bewusstere, besser vorbereitete und solidarischere Gemeinschaft aufzubauen – mit dem Ziel, jenen eine Stimme und konkrete Unterstützung zu geben, die sich tagtäglich mit großem Engagement um die verletzlichsten Menschen unserer Gesellschaft kümmern.
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